Die häufigsten Formen eines „falschen“ Goldrings
Hinter einer Bezeichnung verbergen sich mehrere Situationen. Der Ring kann aus unedlem Metall bestehen, das nur mit einer dünnen Goldschicht überzogen ist, er kann einen niedrigeren Feingehalt haben, als die Kennzeichnung angibt, oder er kann aus einem anderen Edelmetall mit Goldauflage bestehen. Eine besondere Kategorie ist ein echter Goldring mit einem reparierten oder ausgetauschten Teil aus einer anderen Legierung.
Deshalb ist es falsch, nur nach der Farbe oder einer einzelnen Zahl in der Ringschiene zu entscheiden. Das tschechische Punzierungsamt weist darauf hin, dass auch falsch punzierte Goldwaren vorkommen, deren Marken für Laien schwer zu erkennen sind.
1. Die Zahl 585 ist nicht dasselbe wie eine Punze
Die Kennzeichnung 585 drückt den deklarierten Feingehalt von 14-karätigem Gold aus, 750 steht für 18 Karat. Es handelt sich jedoch nur um die Feingehaltszahl. Die staatliche Punze hat eine genau festgelegte Form, ein Symbol und die Nummer der Feingehaltsklasse. Erst die Punze ist die amtliche Bestätigung, dass das geprüfte Stück dem jeweiligen Feingehalt entsprach.
Fotografieren Sie die Marke im Makromodus und vergleichen Sie sie mit den gültigen Punzzeichen. Ein unklares, grob geschlagenes oder unsinnig zusammengesetztes Symbol ist ein Grund für eine fachliche Kontrolle. Ebenso gilt aber, dass ein alter oder kleiner Ring eine abgenutzte Marke haben kann und manche gesetzlichen Ausnahmen nicht punziert sein müssen.
2. Suchen Sie nach anderem Metall an Kanten und in der Ringschiene
Eine Vergoldung nutzt sich zuerst dort ab, wo der Ring an Haut und umliegenden Gegenständen reibt: an der Unterseite der Schiene, an scharfen Kanten, an den Krappen, die den Stein halten, und im Umfeld von Reparaturen. Ein durchscheinender silbriger, kupferner oder messingfarbener Ton kann auf beschichtetes unedles Metall hindeuten.
Ein Farbunterschied muss aber nicht automatisch eine Fälschung bedeuten. Weißgold ist meist rhodiniert, eine ältere Reparatur kann anderes Lot haben, und die Oberfläche kann durch Kosmetik oder Schmutz beeinflusst sein. Polieren oder kratzen Sie den Ring daher nicht aggressiv.
3. Achten Sie auf Verbindungen und Konstruktion
Bei einem verdächtigen Ring ist manchmal eine dünne Schicht Oberflächenmetall sichtbar, unregelmäßige Bläschen, Abblättern oder ein zu scharfer Farbübergang. Prüfen Sie auch, ob die Kennzeichnung nicht nur auf einem separaten, an die Schiene gelöteten Teil sitzt oder ob die Punze nicht zu einem anderen Teil des Schmuckstücks gehört.
Bei einem Ring mit Stein beurteilen Sie Schiene und Krone getrennt. Stein, Füllung oder eine hohle Konstruktion beeinflussen das Gewicht und machen eine einfache häusliche Dichteberechnung unmöglich.
4. Magnet und Gewicht können eine Fälschung entlarven, aber kein Gold bestätigen
Eine starke magnetische Reaktion der ganzen Schiene ist ein Warnsignal, denn Gold selbst ist nicht magnetisch. Ein Ring ohne Reaktion kann jedoch aus Messing, Kupfer oder einer anderen nicht magnetischen Legierung bestehen. Der Magnet funktioniert also nur als schneller Ausschlusstest.
Ein echter massiver Goldring ist im Verhältnis zu seinen Abmessungen relativ schwer. Ein auffällig leichtes Stück kann hohl oder aus leichterem Metall sein, aber ohne Vergleichsmodell lässt sich aus dem Gewicht kein zuverlässiger Schluss ziehen.
5. Herkunft und Preis gehören zur Beurteilung
Vorsicht ist geboten bei anonymem Verkauf, fehlenden Angaben zum Verkäufer und einem Preis, der deutlich unter dem Wert des deklarierten Goldes liegt. Bewahren Sie beim Kauf die Warenbeschreibung und den Beleg auf. Bei geerbtem Schmuck bringen Sie zur Bewertung auch die Originalschachtel, das Zertifikat, die Quittung oder alte Fotografien mit, falls vorhanden.
Was Sie zu Hause nicht tun sollten
- Kratzen Sie den Ring nicht über unglasierte Keramik und feilen Sie nicht in die Schiene.
- Tragen Sie keine Säuren, Bleichmittel oder andere aggressive Chemikalien direkt auf den Schmuck auf.
- Erhitzen Sie ihn nicht mit dem Feuerzeug; Lot, Stein und Oberflächenveredelung können Schaden nehmen.
- Brechen Sie den Stein nicht zum Wiegen heraus und zerlegen Sie keine alten gekennzeichneten Stücke.
Wie Sie Gewissheit bekommen
Ein Fachmann beurteilt zuerst Konstruktion, Kennzeichnung und Oberfläche und wählt dann eine geeignete Methode zur Prüfung des Metalls. Erst die Kombination dieser Schritte erlaubt es, massives Gold, Vergoldung, ein anderes Metall oder ein Teil mit abweichendem Feingehalt zu unterscheiden. Bei einem wertvolleren Ring werden auch Stein, Marke und ein etwaiger antiker Wert separat beurteilt.
Sie können den Ring zu einer kostenlosen Goldbewertung in Prag bringen. Ein sicheres Vorgehen vor dem Besuch fasst auch der Artikel Gold zu Hause sicher auf Echtheit prüfen zusammen.


