Was Sie zur Bewertung mitbringen sollten

Bringen Sie das Schmuckstück so mit, wie Sie es haben: in der Originalschachtel, mit Zertifikat, Quittung, Garantieschein oder Familiendokumenten, sofern erhalten. Bei einer Garnitur bringen Sie alle Teile auf einmal. Zerlegen Sie den Schmuck vor dem Besuch nicht, nehmen Sie keine Steine heraus und polieren Sie ihn nicht mit aggressiven Mitteln.

Ein fehlendes Zertifikat bedeutet nicht automatisch, dass das Schmuckstück wertlos oder unecht ist. Besonders antike Stücke werden nach Material, Konstruktion, Marken und gemmologischen Eigenschaften beurteilt.

1. Erfassung und erste Sichtung des ganzen Stücks

Die Bewertung beginnt mit der Bestimmung des Gegenstandstyps: Ring, Brosche, Armband, Halskette, Ohrringe oder eine komplette Garnitur. Der Bewerter achtet auf Proportionen, Stil, Art der Fassung, etwaige Reparaturen und darauf, ob das Stück vollständig ist.

Bei älterem Granatschmuck ist die Gesamtkomposition wichtig. Die traditionell dichte Fassung kleiner Steine, der originale Verschluss und eine erhaltene Garnitur können für den Markt mehr bedeuten als dieselben Steine, aus der Konstruktion herausgelöst.

2. Kontrolle von Metall, Punzen und Herstellermarken

Granatschmuck wurde in Gold, Silber, Tombak und weiteren Legierungen gefertigt. Zuerst wird daher nach Punz-, Feingehalts- und Herstellermarken gesucht und das Material der einzelnen Teile geprüft. Bei Gold und Silber werden Feingehalt und anrechenbares Metallgewicht beurteilt; bei Tombak stützt sich der Wert stärker auf Steine, Alter, Verarbeitung und den Erhaltungszustand des Ganzen.

Die Herstellermarke kann helfen, Herkunft und Epoche zu bestimmen. Granát Turnov gibt an, die Echtheit der Granate in seinen Erzeugnissen mit einem Zertifikat und der Herstellermarke „G“ zu garantieren. Dieses Zertifikat bezieht sich auf die konkrete Produktion der Genossenschaft; bei anderen oder älteren Schmuckstücken wird die Herkunft gesondert beurteilt. Einzelheiten beschreibt die offizielle Information von Granát Turnov.

3. Beurteilung der Steine

Der Bewerter untersucht Farbe, Transparenz, Größe, Schliff, Anzahl der Steine, Übereinstimmung innerhalb der Garnitur und die Art der Fassung. Zugleich sucht er nach Rissen, Abrieb, lockeren oder ersetzten Steinen. Beim tschechischen Granat ist es für Laien schwierig, die Herkunft allein mit bloßem Auge zu bestimmen; ein größerer roter Stein kann eine andere Granatart sein, und das Farbbild wird auch von Beleuchtung und Konstruktion des Schmucks beeinflusst.

Etwaige Mittelsteine werden gesondert behandelt. Historischer Granatschmuck kann kleine Pyrope mit einem größeren Almandin oder einem anderen Material kombinieren. Jeder Bestandteil muss daher beschrieben und nicht automatisch als tschechischer Granat bezeichnet werden.

4. Alter, Stil und Verarbeitung

Bei einem antiken Stück werden Epoche, Qualität der Handarbeit, Originalität der Konstruktion und ein möglicher Hersteller betrachtet. Ein Jugendstil-, Art-déco- oder Erste-Republik-Schmuckstück kann als Sammlerganzes bewertet werden. Ein neueres Serienprodukt stützt sich meist stärker auf Material, Zustand, belegte Herkunft und aktuelle Nachfrage.

Eine Reparatur ist nicht automatisch ein Problem. Ein behutsam ausgeführter Verschlusstausch kann praktisch sein, während grobes Löten, ersetzte Steine oder der Umbau einer originalen Brosche den Sammlerwert mindern können.

5. Zustand und Vollständigkeit

Geprüft werden die Festigkeit der Fassung, Verformungen des Metalls, die Funktion des Verschlusses, die Oberfläche, Risse und fehlende Steine. Bei Ohrringen, Manschettenknöpfen und Garnituren ist wichtig, ob Paare und Teile vollständig sind. Die Originalschachtel oder eine glaubhaft belegte Geschichte können die Attraktivität des Ganzen erhöhen.

Ein beschädigtes Schmuckstück kann weiterhin einen bedeutenden Wert haben. Lassen Sie jedoch zuerst den Originalzustand beurteilen und beauftragen Sie erst danach eine Reparatur. Ein unpassender Eingriff kann teurer sein als sein Nutzen und historische Merkmale beseitigen.

6. Wie das endgültige Angebot entsteht

Der Endbetrag kann mehrere Komponenten kombinieren:

  • den Wert von Gold oder Silber nach Feingehalt und anrechenbarem Gewicht,
  • Qualität, Anzahl und Zustand der Steine,
  • Marke, Alter, Verarbeitung und Sammlernachfrage,
  • Zustand, Vollständigkeit und Kosten einer etwaigen Reparatur,
  • die Verkäuflichkeit des Schmucks als erhaltenes Ganzes.

Bei hochwertigem antikem oder gekennzeichnetem Schmuck sollte das Angebot daher nicht nur „der Metallpreis pro Gramm“ sein. Der Bewerter sollte erklären, ob er das Ganze oder die einzelnen Materialien bewertet und welche Eigenschaften das Angebot am stärksten beeinflusst haben.

Wie lange die Bewertung dauert und was folgt

Ein übliches einzelnes Schmuckstück lässt sich während eines Besuchs vorläufig beurteilen. Ein umfangreicher Nachlass, ein ungewöhnliches antikes Stück oder Schmuck, der weitere Prüfungen erfordert, kann mehr Zeit brauchen. Lassen Sie sich vor der Übergabe Umfang und Bedingungen der Beurteilung erklären.

In unserem Prager Geschäft sind Bewertung und Ankauf tschechischer Granate unverbindlich. Allgemeine Informationen zu Preis und Echtheit finden Sie im Artikel Tschechischer Granat: Preis, Echtheit und Ankauf.